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concerto mobile

 
Klassikkonzert in lockerer Atmosphäre: MünchBürger "concerto mobile"

 

Einen außergewöhnlichen Abend mit klassischer Musik veranstalten die MünchBürger am 24. April. Auf dem Programm stehen italienische, französische sowie deutsche Opernarien von Klassik bis Modern und bekannte Lieder wie "O sole mio", "Granada", „Santa Lucia" und das "Chianti-Lied". Ort des Konzertes ist das Autohaus Schnurrer, wo ein solches Ereignis erstmalig in nicht alltäglichem Ambiente stattfinden wird. Der Titel „concerto mobile“ bringt es daher auf dem Punkt, was sich für die Besucher hinter dieser Kombination aus Musik und entspannter Umgebung vermuten lässt.

 

 

Als Künstler werden Steffen Schmidt als Sänger sowie Klaus Straube am Piano auftreten. Der in Mannheim geborene Straube ist derzeit musikalischer Leiter des Freien Theaters Bayreuth und seit Jahren ein vielseitiger Künstler im Bereich des Musiktheaters. Seine berufliche Laufbahn begann er als Kapellmeister am Stadttheater Koblenz und war zwischenzeitlich auch über zehn Jahre Musikalischer Oberleiter am Theater Hof. Zu einigen seiner beruflichen Stationen gehörten neben dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth auch zahlreiche Gastspiele in den Metropolen Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Zürich und im Bregenzer Festspielhaus. Der Dirigent, Regisseur, Ausstatter und Leiter vieler Aufführungen wird bei dem MünchBürger Konzert eine Kostprobe seines Könnens als Pianist darbieten.

 

Der 24-Jährige Steffen Schmidt war 2006 Preisträger bei „Jugend musiziert“ und ist seit einem Jahr Mitglied im Opernstudio Oberfranken. Mit seiner Stimmlage Bariton überzeugte er bisher mit diversen Soli und gab im Juli sein Operndebüt als Don Basilio in „Der Barbier von Sevilla“. Schmidt besuchte 2008 einen Workshop von Klaus Straube und kam durch diesen Kontakt zum Rollendebüt in „Dido and Aeneas“. Der junge Sänger erläutert uns, was es hinter seiner Rolle als „Aeneas“ steckt: „Klaus Straube hat mir die Rolle angeboten, da ich seiner Meinung nach die Idealbesetzung wäre,  da habe ich natürlich sofort „Ja“ gesagt! Es ist aber sehr viel Heimarbeit, da man vor Allem den Text und die Noten auswendig können muss. Wobei mir das Textlernen sehr leicht fällt, da ich es mir gut merken kann. Hier ist es selbstverständlich, dass man auch weiß was man singt. Und das Schöne ist, Opern sind keine so enorme Belastung für die Stimme wie Konzerte, da öfters Singpausen für jeden Einzelnen vorkommen. Außerdem ist es klasse, einfach mal in eine andere Rolle zu schlüpfen und diese zu verkörpern. Am liebsten sind mir komplett andere Charaktere als ich selbst bin, aber man erkennt sich oftmals in diversen Rollen wieder. Ein interessanter Teil sind die Arien, wo die Handlung stoppt und der Charakter seine Gefühle schildert. Dies ist besonders bewegend.“

Wie man zum Opernsänger wird, beschreibt Steffen Schmidt so: “ Begonnen hat alles mit 18 Jahren bei einem Musikabend des Gymnasiums Münchberg. Seit dem singe ich  Konzerte. Schon mit 19 Jahren hatte ich dann meinen ersten großen Soloabend, was sich dann glücklicherweise so fortsetzte. Es ist einfach toll, wenn der Gesangsunterricht nicht  „umsonst“ war, und man sein Talent nicht unter der Dusche verbraucht, sondern wenn man sich präsentieren kann und dafür Anerkennung erhält, das ist einfach cool! Auch singe ich mittlerweile auch Spanisch, Französisch, Schwedisch und Russisch, alles dank der Oper!“

 

Warum der Münchberger Bariton nun beim „concerto mobile“ singen wird und weshalb er sich schon auf dieses Konzert freut, begründet er damit:“ Der MünchBürger e.V. hat bereits ein Konzert in der Aula des Gymnasiums Münchberg veranstaltet und wird auch dieses wieder organisieren. Diesmal wird es im Autohaus Schnurrer in Münchberg stattfinden, deshalb auch „mobile“. Herr Schnurrer hat mich damals im Stoffwerk gehört und war so begeistert, dass er uns diese Option ermöglichte. So abstrakt es auch scheint, das Autohaus ist nahezu perfekt. Es ist ein fast neutraler Ort, wo man einfach mal hingehen kann und bietet so eine optimale Einstiegsmöglichkeit für alle, die bisher noch Vorurteile gegenüber den düsteren Opernhäusern haben. Bereits das Konzert im Stoffwerk war etwas anderes. Ich bekam hierfür bereits durchweg nur positive Rückmeldungen. Also muss es einfach eine Fortsetzung geben.  Das Autohaus bietet in diesem Fall eine lockere Atmosphäre, wird aber dennoch nicht zu unseriös.“

 

Die MünchBürger hoffen auch auf jüngeres Publikum und wir fragen Steffen Schmidt, wie man die Jugend für so eine Veranstaltung begeistern könnte. „Ja, es ist schwer, viele halten das „Opernzeugs“ für altmodisch, was aber allein von den Themen her gar nicht stimmt. Die Inhalte sind nach wie vor aktuell! Ich möchte einfach etwas Neues ausprobieren. Ich unterhalte mich auch gerne mit jungen Leuten über dieses Thema und versuche sie dafür zu begeistern oder zumindest Vorurteile abzubauen, hier sind natürlich solche Aktionen wie das „concerto mobile“ erstklassig geeignet. Was in meinen Augen ein großer Anreiz wäre, die Jugendlichen dafür zu begeistern, wäre schlichtweg die Zusammenarbeit mit einer Rockband. Jedenfalls ist es für mich immer wieder ein unvergleichliches Gefühl auf der Bühne zu stehen und die „Bravo“ Rufe aus dem Publikum sind die größte Anerkennung, was nicht mit Geld aufzuwiegen ist.“

 

Die Gäste können sich somit auf einen besonderen Musikabend freuen, der auch mit kulinarischen Kleinigkeiten und einer Sektbar umrahmt wird, so dass die Darbietungen der Künstler im Anschluss in gemütlicher Umgebung noch vertieft werden können. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr und dank der Sponsoren ist der Eintritt frei. Weitere Hintergrundinformationen zu den Künstlern und Details zur Veranstaltung sind auf www.muenchbuerger.info zu finden.

 

Die Veranstaltung wird unterstützt von den Sponsoren: Audi Autohaus Schnurrer, Rainer Fritsch Interneting, Pressebüro NET, Freizeittreff Hochfranken, Frank Walder, Sparkasse Hochfranken, Musikstudio Greiner, bio für alle Biomarkt Münchberg, Fränkisches Getränkeland, Allianz Bernd Kimler, Call.in, MS Werbung.

 

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Update 25.04.2010: Konzertbericht

 

Nicht im Opernhaus, sondern im Autohaus waren am Samstag Arien und klassische Musik zu hören. Diese Einladung zu einer solchen nicht alltäglichen Veranstaltung ließen sich 170 Besucher nicht entgehen. Zwischen acht und achtzig Jahren waren alle Altersklassen vertreten, um Steffen Schmidt und Klaus Straube live im Autohaus Schnurrer zu erleben. Die MünchBürger konnten das „concerto mobile“, auch dank der Sponsoren, sogar mit freiem Eintritt organisieren.

 

Mit seiner kräftigen Stimme zog Bariton Schmidt auch so gleich das Publikum in seinen Bann, als er im ersten Teil bekannte Opernarien zum Besten gab. Das „Toreador Lied“ aus Georges Bizets Carmen oder die Arie des Rigoletto von Guiseppe Verdi präsentierte er eindrucksvoll in der ungewöhnlichen Umgebung. Doch Pianist Klaus Straube moderierte die Lieder immer wieder locker an, so dass die Gäste nicht nur gespannt zuhörten, sondern zwischendurch auch schmunzeln konnten. Beispielsweise verglich er die Halle der Wartburg und deren Helden aus der „Arie des Wolfram“ in Richard Wagners Thannhäuser kurzerhand mit den anwesenden Männern und der Autohalle, in der man sich im Moment befand.

 

concerto mobile Münchberg - Steffen Schmidt und Klaus StraubeBereits zur Pause waren die Besucher begeistert von der Darbietung der beiden Künstler und tauschten die ersten Eindrücke bei einem Glas Sekt aus. Doch danach folgten mit „Funiculi, Funiculà“, „Santa Lucia“ oder dem „Granada Lied“ noch unterhaltsame Stücke, bei denen das Publikum mitsummte und von mediterranen Regionen träumte. Klaus Straube, der schon in vielen Opernhäusern und Metropolen in den unterschiedlichsten musikalischen Positionen tätig war, spielte „Kommt ein Vogel geflogen“ nicht nur in der Originalfassung von Siegfried Ochs, sondern verblüffte die Zuhörer während des Abends mit weiteren fünf Variationen, die bekannten Komponisten zugeordnet waren. In der insgesamt angenehmen Atmosphäre legte der „Jugend musiziert“ – Preisträger Steffen Schmidt mit Hingebung und der Bandbreite seiner Stimme noch einmal zum Ende hin zu. Von der Reise nach England mit „Meckie Messer“ über Russlands „Katjuscha“ bis nach Italien, wo „O sole mio“ zu vernehmen ist, war das Publikum so mitgerissen, dass es von den beiden Künstlern zwei Mal Zugaben forderte. Die Besucher in der vollen Halle standen und klatschten minutenlang bis der gelungene Abend mit hervorragenden Leistungen der Musiker mit „Griechischer Wein“ und dem „Chianti Lied“ am Kerzenleuchter zu Ende ging.

 

 

„Das Experiment „concerto mobile“ ist zu hundert Prozent geglückt!“ war sowohl die Aussage der erfahrenen Klassikinteressierten, als auch der Jugendlichen, die neugierig gekommen waren. Klaus Straube fand das MünchBürger Konzert absolut gelungen und es hat ihm sichtlich Spaß gemacht vor dieser außergewöhnlichen Kulisse aufzutreten. „Dass die Leute alle aufstanden und uns so viel Beifall und Bravo-Rufe gaben, war sehr beeindruckend. Es bestätigt, dass es den Besuchern gefallen hat und wir etwas Ähnliches wiederholen sollten.“ resümierte der Münchberger Sänger Steffen Schmidt.

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