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- Geschrieben von red -rf-
MünchBürger erinnern mit der Sammeltasse 2009 an die Brauerei-Vergangenheit
Einst roch es in Münchberg nach Hopfen und Biersud, denn in den letzen Jahrhunderten gab es etliche Brauereien in der Textilstadt. Die älteren Einheimischen erinnern sich noch an bekannte Namen wie Bischoff-, Nützel-, Bären-, Löwen- oder Mönchs-Bräu. Die Sammeltasse 2009 der MünchBürger ist ein Denkanstoß an diese Bierepoche in unserer Region.
1992 wurde die Bischoff-Bräu als letzte der Traditionsbetriebe geschlossen und bestand seit 1868. Der Name stammt von der Familie Bischoff, die 1885 die Brauerei übernahm. Aus der Chronik geht sogar hervor, dass im 16. Jahrhundert ein Braustadel aus dem 10. oder 12. Jahrhundert auf dem Brauereigelände in der Luitpoldstraße stand.
Der Gründer Georg Meister erlernte die Kunst der Brauens bei seinem Vater, dem Kommunbrauer Gottlieb Meister. Dieser führte zwischen 1858 und 1861 mehr als „2000 Eimer Bier, den Eimer zu 60 Maß gerechnet, der Umgegend aus".
Des weiteren wurde 1840 die Mönchsbräu gegründet. Einigen sicher auch noch unter den Namen der zwischenzeitlichen Besitzer Holper und Langheinrich bekannt. Sie fusionierte 1931 mit der Aktienbrauerei Helmbrechts. Die Stadt der Bärenfänger war ab 1834 auch Heimat der Bären-Bräu. Die Familie Pöhlmann bis 1900, sowie anschließend Hegner, waren deren Inhaber. 1970 wurde die Bären-Bräu von der Löwenbräu übernommen.
Dies sind nur einige Auszüge aus der Bier-Vergangenheit der Stadt Münchberg. Sichtbare Überbleibsel findet man heute nur noch wenig aus dieser Bier-Blütezeit: Das „Fünfer-Brauhaus" aus dem Jahre 1864 (errichtet von den Kommunbrauern Georg und Christian Meister, Friedrich Holper, Matth. Braun sowie Heinrich Pöhlmann) in der Kulmbacher Straße, erinnert beispielhaft an die Brau-Tradition zwischen Fichtelgebirge und Frankenwald. Von hier wurden vor den Weltkriegen viele Kunden in Nordostbayern, Sachsen und Thüringen beliefert. Im Kreuzberghohlweg wurden einige Felsenkeller zur kühlen Lagerung der Bierfässer genutzt und dort gab es um 1900 auch ein großes „Kühlhaus" in dem Eisblöcke gelagert waren. Dieser „Eiskeller" wurde 1991 abgerissen. Auf den grünen „Historischen Hinweisschildern" der MünchBürger ist die ehemalige Nutzung an den Gebäuden zumindest nachzulesen.
Jedoch steht in der Bismarckstraße noch das Sudhaus mit Kessel auf dem ehemaligem Brauereigelände der Nützel-Bräu. Sie wurde in den Jahren 1925 bis 1928 durch Christian Nützel errichtet. Er stammte aus Guttenberg und war Metzger und Brauer. Christian Nützel heiratete die Witwe Mathilde des jung verstorbenen Ackerbürgers, Bäckers und Brauers Otto Pöhlmann. Nach dem Tod von Christian Nützel im Jahre 1932 übernahm sein Stiefsohn Karl Pöhlmann (1883-1951) die Brauerei. Im Brauereigebäude befinden sich jetzt noch die Sudkessel des Münchberger Kommunbrauhauses aus dem Jahr 1850. Der letzte Sud der Nützel-Bräu erfolgte am 27. April 1991 durch Dipl.-Braumeister Hermann Trautner. Danach wurde das Gebäude an die Reichelbräu Kulmbach verkauft. Jetziger Eigentümer ist die Familie Müller.
Da 2009 wieder die „slowbier"-Messe in Münchberg und Helmbrechts stattfindet, kam Rainer Fritsch die Idee, dies als Anlass für das diesjährige Sammeltassen-Motiv, in Form der Brauhaus-Ansicht, der MünchBürger zu verwenden. Sein Vereinskamerad und Markus Jennermann entwarf, wie schon in den Jahren zuvor, wieder die Vorlage als Strichzeichnung. Seit 2000 erschienen bereits jährlich in limitierter Stückzahl die Jahrestassen mit den Motiven „Grimmlers Haus", „Rathaus", „Fachhochschule", „Bahnhof", „Schützenhaus", „Gymnasium", „Zur Himmelpforte", „Stadtvilla" und „Neue Poststation".
Alle Gebäude sind in der heutigen Frontalansicht zu sehen und sollten die Bevölkerung zum Nachdenken anregen, da die Häuser auf Porzellan nicht immer sofort zu erkennen sind oder deren ursprüngliche Nutzung nicht allen Einheimischen bekannt ist. So bildet das zehnte Motiv „Brauhaus" einen passenden Abschluss der Sammeltassen-Serie, die von Edith Korzendorfer angeboten wird und ab sofort bei Konrad Kaufmann in der Kulmbacher Straße erhältlich ist. Informationen zu allen bisherigen Tassen-Motiven und einer Broschüre über historischen Gebäude in Münchberg findet man auf der Homepage des Vereins unter www.muenchbuerger.info. Auch auf der „slowbier" wird es am Stand der MünchBürger Wissenswertes über die Brauerei-Vergangenheit in der Region geben.