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Wenn Sie auf der Conficker Infektionstest - Seite oben in der Tabelle alle sechs Symbole erkennen, dann sollte der Conficker Virus noch nicht auf Ihrem PC sein. Aber was kann man tun, um sich vor Conficker zu schützen oder wie beseitigt man ihn wieder? Die Redaktionskollegen von CRN haben dies nachfolgend zusammengefasst.
Zumindest im IT-Bereich hat »Conficker« jetzt schon das Zeug zum Unwort des Jahres. Kaum ein Tag vergeht derzeit, an dem nicht neue Meldungen über den fiesen Wurm und seine Weiterentwicklung auftauchen. Die meisten Journalisten haben inzwischen auch in ihrer Textverarbeitung den Namen des Wurms in die Wörterbücher eingetragen. Dabei ist bis heute noch immer nicht genau geklärt, was die Autoren eigentlich mit den gekaperten Rechnern vorhaben.
Mindestens genauso ein großes Fragezeichen steht auf der anderen Seite jedoch auch bei vielen Windows-Usern, ob privat oder geschäftlich. Zwar haben nach dem medialen Dauerfeuer der letzten Wochen inzwischen die meisten Unternehmen und Personen ihre Windows- und Antivirensoftware auf den neuesten Stand gebracht und sind damit relativ sicher. Andererseits ist nach Schätzungen der US-Sicherheitsfirma Qualys aber immer noch jeder fünfte PC nicht ausreichend vor Conficker und Konsorten geschützt. Zum Teil wurde auf diesen gefährdeten Rechnern noch nicht einmal das entsprechende Sicherheitsupdate von Microsoft aufgespielt, das bereits seit Oktober 2008 zur Verfügung steht. Aber selbst PCs mit dem Patch sind oft gefährdet, da sie fahrlässig ohne Antivirensoftware betrieben werden.
Unsere Kollegen aus dem Threat-Network-Testlab der CRN.com haben sich deshalb die Mühe gemacht und ein Exemplar von Conficker »eingefangen« und genauestens untersucht. Mit seiner Hilfe lässt sich exemplarisch zeigen, wie sich die Schadsoftware erkennen und entfernen lässt.
Browser wird »umgeleitet«: Auf einem mit Conficker infizierten Rechner laufen Suchanfragen über Google ins Leere. Die Trefferliste weist Resultate auf, die überhaupt nichts mit den eingegebenen Suchbegriffen zu tun haben. Selbst die Homepage von Google wird nicht geladen. Es kommt stattdessen die Fehlermeldung »Navigation abgebrochen«.
Mysteriöse DLL-Fehlermeldungen: Bereits beim Booten, vor dem Start von Programmen, meldet sich Windows mit vielen merkwürdigen DLL-Fehlern, etwa »wxyghyzing.dll konnte nicht geladen werden«. Wenn der Anwender diese Meldungen weggeklickt hat, lassen sich installierte Programme, etwa Word oder Excel, zwar öffnen. Doch zuvor erscheint nochmals eine DLL-Fehlermeldung, auch wenn Word anschließend normal startet.
Probleme mit Peer-to-Peer-Programmen treten auf: P2P-Software wie Kazaa oder Musik-Download-Portale wie Napster funktionieren nicht. Sie können entweder keine Verbindung zum Portal herstellen oder der Rechner hat die User-Profile »vergessen«.
Probleme mit Treibern: USB-Geräte oder MP3-Player beziehungsweise deren Treibern werden vom Rechner nicht mehr erkannt. Gleiches gilt für Drucker, und zwar für lokale und Netzwerk-Printer. Verbindung zu Sicherheits-Web-Seiten wird blockiert: Wie bereits berichtet, unterbindet Conficker jeden Versuch, auf die Web-Seiten von IT-Sicherheitsfirmen zu gelangen, etwa symantec.de, trendmicro.de et cetera. Auch Microsofts Update-Service wird lahmgelegt.
Dagegen kommt es nicht zu einer spürbaren Verlangsamung des Systems. Auch der Zugriff auf Festplatten ist weiterhin möglich.
CD mit Anti-Conficker-Tool brennen: Um Conficker zu eliminieren, beschafften sich die Mitarbeiter des Threat-Network zunächst das kostenlose Conficker-Clean-up-Tool von Sophos. Da die USB-Ports lahmgelegt waren, brannten sie es auf eine CD-ROM. Unter »Verwandte Artikel« sind übrigens Beiträge mit Links zu Tools anderer Anbieter zu finden.
Rechner vom Netz nehmen: Um eine Reinfektion zu verhindern, wurden alle Netzwerkverbindungen des infizierten Systems deaktiviert, auch der WLAN-Adapter.
Systemwiederherstellung deaktivieren: Damit nicht ein infiziertes System-Backup von Windows eingespielt wird, sollte die Systemwiederherstellung abgeschaltet werden. Den Reiter finden Sie in der »Systemsteuerung« unter »System/Systemwiederherstellung«. Das Clean-up-Tool laufen lassen: Das Anti-Conficker-Tool von der CD-ROM aus starten und den Virus »killen« lassen. Neu booten und einen Intensiv-Scan durchführen: Nach dem Neustart des Testrechners tauchten immer noch DLL-Fehlermeldungen auf. Allerdings funktionierten Web-Browser und USB-Ports wieder einwandfrei. Es empfiehlt sich, nach dem Neustart das gesamte System mit einer Antiviren-Software komplett zu scannen (Intensiv-Scan, kein Schnelldurchlauf).
Fehler in Registry beseitigen: Nötigenfalls Fehler in der Registry mithilfe von Tools wie etwa Tune-Up-Utilities beheben. Eine Testversion ist auf der Web-Seite des Anbieters kostenlos erhältlich. Allerdings ist beim Einsatz solcher Tools Vorsicht am Platz. Tune Up erstellt allerdings ein Backup der alten Registry-Version, bevor es Änderungen vornimmt.
Netzwerkfähige Removal-Tools: Sophos bietet übrigens, so wie einige andere IT-Sicherheitsfirmen wie etwa Bitdefender, auch eine netzwerkfähige Version des Anti-Conficker-Programms an.